Alle Kunstepochen der Malerei

Die Kunstgeschichte der Malerei ist eine faszinierende Reise durch die menschliche Zivilisation. Jede Epoche spiegelt die Werte, Ängste und Träume ihrer Zeit wider.

Hier ist ein kompakter Überblick über die wichtigsten Stationen der westlichen Kunstgeschichte.


1. Das Mittelalter (ca. 500 – 1400)

Im Mittelalter stand die Religion im absoluten Mittelpunkt. Die Malerei diente dazu, biblische Geschichten für Menschen darzustellen, die meist nicht lesen konnten.

  • Merkmale: Fehlende Perspektive (Bedeutungsperspektive: Wichtiges ist groß, Unwichtiges klein), Goldgründe, flächige Darstellung.

  • Wichtige Stile: Romanik, Gotik.

2. Renaissance (ca. 1400 – 1600)

Die „Wiedergeburt“ der Antike brachte den Menschen zurück ins Zentrum. Künstler begannen, die Welt naturgetreu zu beobachten.

  • Merkmale: Entdeckung der Zentralperspektive, anatomische Korrektheit, Licht und Schatten.

  • Wichtige Künstler: Leonardo da Vinci, Michelangelo, Albrecht Dürer.

3. Barock & Rokoko (ca. 1600 – 1770)

Diese Epoche liebt das Drama und die Pracht. Alles sollte beeindrucken und Emotionen wecken.

  • Merkmale: Starke Hell-Dunkel-Kontraste (Chiaroscuro), dynamische Bewegungen, üppige Formen und viel Gold (besonders im Rokoko).

  • Wichtige Künstler: Caravaggio, Rembrandt, Peter Paul Rubens.

4. Klassizismus & Romantik (ca. 1770 – 1850)

Zwei gegensätzliche Strömungen: Während der Klassizismus Ordnung suchte, feierte die Romantik das Gefühl.

  • Klassizismus: Klare Linien, antike Vorbilder, Kühle (z. B. Jacques-Louis David).

  • Romantik: Sehnsucht, die Macht der Natur, Mystik und Patriotismus (z. B. Caspar David Friedrich).

5. Realismus (ca. 1850 – 1880)

Schluss mit der Verklärung! Die Realisten wollten die Welt so zeigen, wie sie wirklich war – inklusive Armut und harter Arbeit.

  • Merkmale: Alltägliche Szenen, ungeschönte Darstellung des Proletariats.

  • Wichtige Künstler: Gustave Courbet, Adolph Menzel.

6. Impressionismus (ca. 1870 – 1900)

Hier beginnt die Moderne. Die Künstler verließen das Atelier und malten im Freien (En plein air). Es ging nicht mehr um das Objekt, sondern um den flüchtigen Augenblick des Lichts.

  • Merkmale: Kurze, sichtbare Pinselstriche, Fokus auf Lichtverhältnisse, Verzicht auf Schwarz.

  • Wichtige Künstler: Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir.

7. Expressionismus & Klassische Moderne (ca. 1900 – 1945)

Farben wurden nun genutzt, um innere Gefühle auszudrücken, statt die äußere Welt zu kopieren. Die Formen wurden abstrakter.

  • Wichtige Stile: Expressionismus (Die Brücke, Der Blaue Reiter), Kubismus (Zerlegung in geometrische Formen), Surrealismus (Traumwelten).

  • Wichtige Künstler: Pablo Picasso, Wassily Kandinsky, Salvador Dalí.

8. Zeitgenössische Kunst (ab 1945)

Nach dem Zweiten Weltkrieg lösten sich feste Regeln fast völlig auf. Von der kompletten Abstraktion bis hin zur Pop Art ist alles möglich.

  • Wichtige Stile: Abstract Expressionism, Pop Art, Fotorealismus, Street Art.

  • Wichtige Künstler: Jackson Pollock, Andy Warhol, Gerhard Richter.


Warum ist das wichtig?

Wenn man diese Epochen kennt, versteht man nicht nur die Bilder im Museum besser, sondern erkennt auch, wie sich unsere Wahrnehmung von Schönheit und Wahrheit über die Jahrhunderte gewandelt hat.

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