Der Kunstmarkt in Deutschland ist ein wichtiger Teil der Kultur‑ und Kreativwirtschaft. Er umfasst den Verkauf von Kunstwerken, den Einzelhandel mit Kunstgegenständen, den Museums‑ und Ausstellungsbetrieb sowie die wirtschaftliche Tätigkeit von bildenden Künstlerinnen und Künstlern.
Die Umsätze geben dabei ein wichtiges Bild davon, wie stark Kunst als Wirtschaftszweig in Deutschland wirkt.
Umsatzentwicklung – Gesamtmarkt Deutschland
Umsatz 2023 – rund 2,5 Milliarden Euro
- Nach den aktuellsten Zahlen des Monitoringberichts Kultur‑ und Kreativwirtschaft 2024 erwirtschafteten rund 10 630 Unternehmen des deutschen Kunstmarkts im Jahr 2023 knapp 2,5 Milliarden Euro Umsatz.
- Das entspricht einem leichten Anstieg von etwa 0,7 % im Vergleich zum Vorjahr. (Bundesarchitektenkammer e.V.)
Verlauf nach der Pandemie
- 2020 fiel der Umsatz aufgrund der Corona‑Pandemie deutlich ab, ähnlich wie in vielen anderen Branchen. Danach erholte sich der Markt –
• 2021 und 2022 lagen die Umsätze bereits wieder über dem Niveau vor der Pandemie.
• 2023 setzte sich diese Erholung fort, allerdings mit deutlich flacherem Wachstum als in den ersten Nach‑Corona‑Jahren. (Bundesarchitektenkammer e.V.)
Langfristiger Blick
- Laut Statista‑Daten erreichte der Umsatz des Kunstmarkts in Deutschland 2023 den höchsten Wert der letzten Jahre mit ca. 2,5 Mrd. €. (Statista)
- In früheren Jahren, z. B. 2019, lag der Umsatz etwas niedriger (ca. 2,2 Mrd. €) und stieg nach der Krise wieder an. (BMWi)
Teile des Kunstmarkts und Umsatzverteilung
Der Umsatz setzt sich aus verschiedenen Teilbereichen zusammen:
Bildende Künstlerinnen und Künstler
- Diese Gruppe stellt einen großen Anteil der Marktumsätze. Im Jahr 2023 entfielen rund 36 % des Gesamtumsatzes auf bildende Künstlerinnen und Künstler selbst. (Bundesarchitektenkammer e.V.)
Einzelhandel mit Kunstgegenständen
- Ebenfalls ca. 36 % des Umsatzes entfielen 2023 auf den Einzelhandel mit Kunstgegenständen – also Galerien, Händler und Kunstverkäufe über Handelspartner. (Bundesarchitektenkammer e.V.)
Museen & Ausstellungsbetrieb
- Weitere Marktanteile entfallen auf Museums‑betrieb und Ausstellungstätigkeiten – hier spielt der Umsatz aber meist eine kleinere Rolle und erholte sich nach 2020 langsamer. (Bundesarchitektenkammer e.V.)
Galerien und kleinerer Umsatz
Nach branchenbezogenen Studien haben viele Galerien in Deutschland relative Umsatzeinbußen erlebt, insbesondere im High‑End‑Segment:
- Laut einer Untersuchung lag der Fokus vieler Galerien auf eher kleinen Transaktionen (durchschnittlicher Umsatz vieler Galerien liegt bei mehreren hunderttausend Euro pro Jahr), und der gesamte geschätzte Umsatz der Galerien sank in manchen Erhebungen auf etwa ca. 600 Mio. € in jüngeren Jahren. (Finestre sull’Arte)
- Diese Zahl unterscheidet sich allerdings von der gesamtwirtschaftlichen Umsatzstatistik, da hier nicht alle Marktteilnehmer gleichermaßen erfasst sind. (Finestre sull’Arte)
Beschäftigung im Kunstmarkt
- Die Erwerbstätigenzahl im Kunstmarkt lag 2023 bei rund 15 500 Personen, davon viele als Selbstständige – ein Hinweis auf die wirtschaftliche Bedeutung des Kunstsektors insgesamt. (Statista)
Bedeutung und Einschätzung
Zentrale Aussagen zur Umsatzlage:
- Der Umsatz im deutschen Kunstmarkt lag 2023 bei etwa 2,5 Mrd. €, damit auf einem Rekordniveau nach der Pandemie. (Statista)
- Der Markt hat sich nach dem Einbruch 2020 wieder stabilisiert, obwohl das Wachstum in jüngerer Zeit moderat ausfiel. (Bundesarchitektenkammer e.V.)
- Die Umsatzverteilung zeigt große Bedeutung bildender Künstler und des Einzelhandels mit Kunstgegenständen. (Bundesarchitektenkammer e.V.)
Kleinere Galerien und Einzelakteure machen einen Großteil der Struktur aus, werden aber oft von größeren - Marktteilnehmern dominiert, wenn es um Umsatzvolumen geht. (Finestre sull’Arte)
Fazit
Der deutsche Kunstmarkt gehört zu den wirtschaftlich stabileren Segmenten der Kultur‑ und Kreativwirtschaft:
- Insgesamt erzielte er 2023 rund 2,5 Mrd. € Umsatz,
- hat die Pandemie‑Krise überwunden und wächst weiter,
- und zeigt eine breite Struktur, bei der sowohl Künstler als auch Händler und Museen Umsatz generieren.
Damit bleibt der Kunstmarkt wirtschaftlich relevant, auch wenn er im internationalen Vergleich kleiner ist als Märkte in den USA oder Großbritannien und stärker durch viele mittelständische Akteure geprägt ist.